15 Jan

ARC DE TRIOMPHE

Geschrieben von Prof. Dr. Hans-Peter Schwöbel

 

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ARC DE TRIOMPHE 

Hans-Peter Schwöbel: Arc de Triomphe
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Der Schöpfungsruf MACHT EUCH DIE ERDE UNTERTAN hat das Zeug, nicht als Auftrag zur Unterwerfung, sondern zur Veredelung der Welt und unserer selbst verstanden zu werden. Wenn wir es verstehen wollen.

Das Gedicht Arc de Triomphe habe ich vor fast 40 Jahre geschaffen (1). Es lohnt sich, den einzelnen Stufen der Erosion Aufmerksamkeit zu widmen. Triumphbögen in unterschiedlichsten Ausführungen gibt es an vielen Orten der Welt. Das Wahrzeichen von Paris ist wohl die bekannteste Manifestation derselben Idee: Im Triumphbogen nimmt der Sieg der Macht über die Menschen Gestalt an. In meinem Gedicht lasse ich durch Gestaltabbau die „Die Pfeiler der Macht“ (Ken Follet) hervortreten: MACHT und UNTERTAN bleiben stehen, stützen einander, wenn Humanum erodiert und Demokratie degeneriert.

Seit Jahren erleben wir verstärkt, wie Freiheit, Aufklärung und Humanum schwinden und MachtundUntertan Systeme hervorbringen, die sich demokratischer Gestaltung zunehmend entziehen. Dabei umschmeicheln und umspeicheln Macht und Untertan einander mit wohlfeilem Säuseln: GemeinsamZusammenMiteinander...

(1) Hans-Peter Schwöbel: Wir Individualisten / Salz. Feuerbaum-Verlag. 3. Auflage. Mannheim 1996. Seite 119. Der Doppelband mit Gedichten und Aphorismen ist nach wie vor bei mir erhältlich.

Die Gestalt des Textes steht in der Tradition der Konkreten Poesie, deren wohl bekanntester Poet deutscher Zunge der vielgeschmähte und vielverehrte Eugen Gomringer ist.

Der Schwöbel-BLOG am Samstag, 15. Januar 2022