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DIE WELT wird 80
Vollständig unvollständig
Hans-Peter Schwöbel
„Eine der wichtigsten erkenntnistheoretischen Grundeinsichten lautet: All unser Erkennen, Verstehen, Urteilen, Entscheiden, Handeln und Unterlassen erfolgt unter unvollständiger Information. Ob im Alltag, den Künsten, den Wissenschaften, der Politik oder im Glauben. Unsere Informationsgrundlagen sind immer unvollständig.“ (Der Schwöbel-Blog am Samstag vom 12.07. und 19.07.2025)
Das hat damit zu tun, dass Wahrnehmen – Erkennen – Fühlen - Verstehen – Kommunizieren – Vorstellungen Bilden sich als komplexe, endlose Prozesse vollziehen. Zumal sich die genannten Aspekte sprachlich und analytisch hervorheben und unterscheiden lassen, sich aber in der Bewusstseins- und Kommunikationsrealität unentwegt beeinflussen und durchdringen. Die Realität ist im Fluss, die (Re-)Konstruktion unserer Vorstellungen über sie ebenso. Lernen heißt also, jeden Tag die Welt, in der wir leben, möglichst besser zu verstehen und sich dabei auch selbst zu verändern.
Die unaufhebbare Unvollkommenheit menschlicher Bewusstseinsprozesse mindert unsere Verantwortung für unser Denken unser Handeln nicht. Ganz im Gegenteil. Wir sind aufgerufen, Defizite an Erkennen und Verstehen immer wieder reduzieren wollen zu müssen.
Eine besondere Rolle kommt dabei unserem Umgang mit Medien zu. Ich habe vor, in loser Folge auf Medien hinzuweisen, mit denen ich seit Jahren gute Erfahrungen mache. Unter den klassischen Tageszeitungen stehen für mich im deutschsprachigen Raum zwei ganz vorne: DIE WELT (und DIE WELT AM SONNTAG) und die Neue Zürcher Zeitung (NZZ).
80 Jahre: DIE WELT, Susanna und ich sind Altersgenossen. Ich glaube, wir haben uns alle drei gut gehalten.
Der Schwöbel-BLOG am Samstag, 11.04.2026








