Der Schwöbel-BLOG am Samstag

Herr Grööö in Wien

Er kann nicht singen. Wenn er spricht, versteht man‘s nicht. Nicht etwa, weil er einen kostbaren, seltenen Dialekt spräche. Nein, man versteht ihn schlecht, weil er spricht wie er denkt: verquast, gequetscht, genuschelt. Seine „Lieder“ sind Ansammlungen von Pseudo-Poesie. Reime rumpeln. Bilder hängen schief. Vergleiche hinken auf allen Vieren. Viellärmumnichts. Poesie geht anders. Aufklärung auch.

Was er gut kann: BRÜLLEN. So hat er sich längst zur Marke in der an armen Leuchtern reichen Pop-Industrie hochgequengelt, -genöhlt und -gebrüllt. Von seinen besonderen Qualitäten hat er jüngst in Wien wieder Zeugnis abgelegt.

Originaltext Grööö:
“... und ich kann mich nicht erinnern in meinem Leben in Zeiten – ich kannte das nur vom Hörensagen – in Zeiten zu leben, die so zerbrechlich, so brüchig und so dünnes Eis sind; und ich glaube, es muss uns klar sein: auch wenn Politiker schwächeln – und das ist, glaube ich, in Österreich nicht anders als in Deutschland – (Jubel), dann liegt es an uns, dann liegt es an uns zu diktieren, wie die Gesellschaft auszusehen hat!”

Ich mag mir die Gesellschaft nicht vorstellen, die solches Diktat hervorbringen soll.

Wenig später kippt seine Stimme vollends in ein ohrenbetäubendes Kreischen (Tinitusgefahr!): "Keinen Millimeter nach rechts, keinen einzigen Millimeter nach rechts!”

Das Bild vom Millimeter passt zu den komplexen Systemen Gesellschaft und Politik, wie die Faust aufs Auge... Der Satz ist ein gewaltaffiner Aufruf, mit dem Menschen ausgegrenzt und eingeschüchtert werden sollen.

Man muss es lesen, um es zu verstehen. Man muss sein Gebrüll hören, weil man sonst nicht glaubt, was man da liest. Da geilt sich einer an sich selber auf und an den Massen, die sich dem Demagogen lustvoll hingeben: „...dann liegt es an uns, dann liegt es an uns zu diktieren (!), wie eine Gesellschaft auszusehen hat!“

Dazu Devotes von Berlin nach Wien (oder kam‘s in London an?): Außenminister Maas schickt Herrn Grööö eine Ergebenheitsadresse - von wegen Einsatz für die Demokratie und so.

Demokratie, Rechtsstaat, Aufklärung und Emanzipation stelle ich mir anders vor.

„Darum geht es denen doch gar nicht“, könnte man mir entgegenhalten. Ja, so ist es wohl. Der kalkulierte Tobsuchtsanfall Herrn Grönemeyers (nicht nur) in Wien trägt totalitäre, paranoide, stalinoide Züge. Das sind keine Entgleisungen. Das ist gewollt.

Dagegen müssen wir Kinder und Künder der Aufklärung den Rücken gerade machen und den Aufrechten Gang leben.

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