Jetzt als Podcast anhören:

Foto: Hans-Peter Schwöbel
Egomanen sind Ich-schwach
Hans-Peter Schwöbel
Julian Nagelsmann habe ich immer als uncharmanten, unsicheren Stoffel erlebt. Mann ohne Manieren. Joachim Löw war nicht viel besser.
Für eine Nation mit Selbstachtung kämen solche Leute als Bundestrainer für die Fußballnational-Mannschaft nicht infrage. Als Botschafter eines großen Kulturvolkes und einer fußballtüchtigen, fußballsüchtigen Nation ist er auf der Weltbühne bedeutender als sämtliche Botschafter, die Deutschland im Diplomatischen Dienst bei anderen Staaten vertreten. Die kennt kaum jemand. Den Fußball-Bundestrainer kennen (fast) alle.
Ist es so schwer, für diese Aufgabe einen gescheiten, erfahrenen, charmanten, achtbaren, kritik-, lern- und korrekturfähigen Mann zu finden? Einen, für den wir uns nicht schämen müssen? Um die kulturellen Defizite, die dem Scheitern bei sämtlichen internationalen Meisterschaften der letzten Jahre zugrunde liegen, zu verdrängen, erschallt jetzt der Ruf nach dem „starken Mann“. Wenig überraschend, heißt der Jürgen Klopp. Allein der Schrei nach einem „Erlöser“ zeigt, wie tief wir gefallen sind und wie sehr uns das Hemd flattert.
Es rettet uns kein höhres Wesen
DIE INTERNATIONALE ist eine schlimme Schnulze, die Menschen bei ihrem Marsch in kommunistische Delirien narkotisiert. Aber vier vernünftige Zeilen hat sie doch:
Es rettet uns kein höhres Wesen,
kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun.
Uns aus dem Elend zu erlösen,
können wir nur selber tun!
…können wir nur selber tun!
Wie wahr! Statt Gott könnte in diesen Zeilen auch Klopp stehen, statt Kaiser und Tribun Merz und Merkel, Bas und Klingbeil, Spahn und Lauterbach, Göring-Eckardt und Reichinnek, Dröge, Bobga und Haßelmann. Von der Leyen, Infantino und Trump. Oder andere führende Mitläufer:innen. „…Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun!...“ Das ist das Innerste der abendländischen Aufklärungs- und Emanzipationsideen.
Herrn Klopp würde ich raten, lange in den Spiegel zu schauen, bevor er dieses Amt annimmt. Und sich der Frage zu widmen, ob er das Zeug hat, nicht nur ein sehr guter Bundestrainer und eindrucksvoller Botschafter Deutschlands zu sein, sondern auch zu dem tiefen Kulturwandel beizutragen, der nötig ist, damit die Deutsche Nation wieder zu jeneremanzipatorischen und selbstkritischen Selbstachtung zurückfindet, die ihr nach dem Zweiten Weltkrieg jahrzehntelang große politische, ökonomische, sportliche und moralische Leistungen und Erfolge ermöglichte und ein hohes Ansehen unter den Völkern schuf.
Persönlichkeits- und Kulturentwicklungen sind nie abgeschlossen. Sie müssen jeden Tag gelebt, er-lebt werden. Die Persönlichkeitsstörung Egomanie können wir nicht aus der Welt schaffen. Aber wir können sie mit Mut und Ich-Stärke zurückweisen. Egomanien eindämmen und Ich- und Gemeinschaftsstärke fördern, sind emanzipatorische Projekte, die uns Kraft geben, zu uns selbst zu stehen und jenen Hetzern und Schwätzern entgegenzutreten, die die deutsche Nation geringschätzen, weil sie sie gar nicht kennen.
In weiteren Der Schwöbel-Blog am Samstag werde ich diese Themen vertiefen.
Der Schwöbel-BLOG am Samstag, 11.07.2026








