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Foto: Hans-Peter Schwöbel
Die Schwarze Holzbiene labt sich an den Lichtdolden des Blauregens
Hans-Peter Schwöbel
Was die großen Linien der politischen Auseinandersetzungen angeht, ist Jeder, dem das Grundgesetz, der demokratische Rechtsstaat, die Meinungsfreiheit und die wissenschaftliche Fundierung seiner Vorstellungen wichtig ist, aufgerufen, sich sorgfältig, umfassend und vergleichend zu informieren. Und jenen Kapital- und Machtmilieus entgegenzutreten, die sich anmaßen, an seiner Statt zu denken, zu entscheiden und ihn dann für ihre polit-medial-ökonomischen Interessen, „abzuholen“ und „mitzunehmen“.
Auch und gerade in der Parlamentarischen Demokratie muss Meinungs- und Willensbildung von unten nach oben gestaltet werden und nicht umgekehrt. Wo uns das misslingt, oder wir es uns verwehren lassen, ist die Demokratie ins Rutschen geraten.
Der Kantische Anspruch, „Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen“, bedarf in der täglichen Umsetzung auch des Willens „Habe Mut, Dich der Medien Deiner Wahl zu bedienen“. Widersetze Dich allen Versuchen, Wissenschaftler, Künstler, Autoren, Politiker, kritische Medien und Bürger mit Verleumdungskampagnen madig zu machen. Kritik mit klaren Belegen und Gründen: ja – gegenüber Jedermann! Raunendes Dämonisieren Andersdenkender: nein – gegenüber Jedermann! Schützen wir die Meinungsfreiheit auch und gerade jener, deren Meinung wir nicht teilen.
Was Klima und Umwelt angeht, stehen uns neben und vor den individuellen und kollektiven Emanzipationsbemühungen, wie ich sie anspreche, oft einfache Handlungsmöglichkeiten offen, die wir zu wenig nutzen. Haus- und Schrebergärten, Parks, Friedhöfe und landwirtschaftliche Zwischenflächen wie Uferböschungen und Feldraine können mit relativ wenig Aufwand ökologisch deutlich verbessert werden, was in unserem Verhältnis zur Natur auch ein emanzipatorisches Bemühen um Persönlichkeits- und Kulturentwicklung darstellt.
Zwischen Mannheim und der Bergstraße bin ich viel mit dem Fahrrad unterwegs und beobachte, dass viele Gemeinden die ökologische Optimierung von Gemeindeflächen besser umsetzen als Anwohner in ihren Hausgärten.
Dabei sind die Grundentscheidungen so einfach. Rasen, so wenig wie möglich. Gerne ganz darauf verzichten. Mehrjährige Stauden, Sträucher und Bodendecker, die sich als Insektenweiden anbieten – zum Beispiel keine Forsythie. Es gibt heute unendlich viele Möglichkeiten, sich mit wenig Aufwand zu informieren.
Der Schwöbel-BLOG am Samstag, 16.05.2026








