07 Aug

Den Klimawandel abschalten?

Geschrieben von Prof. Dr. Hans-Peter Schwöbel

 

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Foto. Hans-Peter Schwöbel
Wolkenglück an der Bergstraße 2021

Klima und Wetter werden in pseudo-wissenschaftlichen Statements (follow the science...) oft als verschiedene Systeme gehandhabt, bei denen das umfassende Klima von außen dominierend auf das lokale Wetter einwirkt. Daher scheint das „große“ Klima den besten Hebel zu bieten, um bedrohliche Entwicklungen „abzuschalten“. Tatsächlich sind Klima und Wetter aber nur verschiedene Schwerpunkte menschlicher Wahrnehmungen und Interpretationen ein und derselben ganzheitlichen, komplexen und chaotischen Prozesse auf der Welt.

 

Alle Wetter (die großen und die kleinen) und alle Klimata (die großen und die kleinen) durchdringen einander unentwegt. Es gibt ein die Erde umspannendes Weltklima, das sich in steten Wechselwirkungen mit einer unendlichen Fülle von Regional- und Kleinklimata stetig verändert. Und es gibt die Erde umziehende Wetter, verwoben mit lokalen Klimata und Wettern. Diese Vorgänge in der Atmosphäre wechselwirken mit den unterschiedlichsten zivilisatorischen und ökologischen Situationen auf der Welt. Das Ganze wird außerdem von gewaltigen außerirdischen Kräften beeinflusst, unter denen die Sonne die prominenteste ist. Sie in Klimadebatten einfach außen vor zu lassen, ist alles andere als wissenschaftlich.

In komplexen, nichtlinearen, chaotischen Prozessen gilt der Schmetterlingseffekt: Winzige Ereignisse können gewaltige Wirkungen hervorrufen. Das setzt wissenschaftlichen Erklärungen (Diagnosen und Prognosen) enge Grenzen. Den objektiven Ungewissheiten begegnen Klimaaktivisten gerne mit Glaubenskraft. So verdrängen sie das Unbehagen, das mit kognitiver Dissonanz einhergeht. Gestärkt werden sie in ihrem Glauben durch die Advokaten entsprechender politischer und kommerzieller Interessen. Besonders die Grünen und die Windindustrie lachen sich ins Fäustchen – aber nur, wenn keiner guckt. Armin Laschet hätte sich viel Kummer ersparen können, wenn er beizeiten gelernt hätte, innerlich zu kichern und dabei ein trauriges Gesicht aufzusetzen.

Wenn ich mit dem Fahrrad durch die sonnengesalbte Ebene am Rhein fahre und vom glühenden Asphalt in eine Allee mit altem Baumbestand radle oder in einen Wald, erlebe ich in Sekunden einen starken Klimawechsel – ohne dass das Wetter sich verändert hätte. Für das lokale Klima, in dem ich mich aufhalte, ist der Bewuchs mit Bäumen und Sträuchern wichtiger als die meisten „globalen“ Faktoren. Und es ist der wichtigste Beitrag dieses Ortes zu einem menschen- und naturfreundlichen Welt-Klima.

Der Schwöbel-BLOG am Samstag, 07. August 2021