21 Mär

Vom Ende her denken

Geschrieben von Prof. Dr. Hans-Peter Schwöbel

Was für eine Karriere! Gestern noch auf der Liste bedrohter Arten, heute Wappentier der Klobalisierung: der Hamster.

Was für eine Karriere! Gestern noch Einkaufswagen, heute rollendes Mittelgebirge (Sachsen-Anhalt: Müddlgebürge). Vati drückt hinten und erfährt am eigenen Leibe, warum Nach-Schub heißt, was er jetzt zum Kofferraum wuchtet. Vorne führt Mutti wie eh und je. Wenn’s zappenduster wird, sagt sie gerne, sie „fahre auf Sicht“ und lächelt abgründig dabei.

Warum fällt mir gerade jetzt die Redensart ein: etwas „vom Ende her denken“?


Kann man diese Idee eindrucksvoller mit Leben füllen, als mit einem tüchtigen Lager Klo-Papier? Wo führen die Tonnen Reis, Nudeln, Bohnen und Tomatensoße am Ende hin? Eben! Wie uns der Tiefen-Philosoph Helmut Kohl selig weiland lehrte: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt!“ Also bremst mir die Klopapier-Hamster nicht! Wer viel Klopapier kauft, sagt JA zum Leben; denn er hat noch viel vor und hinter sich...

Vom Ende her. Von Anfang an. Denken!

Den Begriff „Klobalisierung“ habe ich erfunden im Mai 2003. Er war damals Titel meines Bühnen-Programms. In meinem Buch SCHWÖBELS WOCHE (verlag regionalkultur, 2009) findet sich die Satire „Klobalisierung“ auf Seite 39.



Der Schwöbel-BLOG am Samstag, 21. März 2020