03 Okt

„Ich bin Deutschland“

Geschrieben von Prof. Dr. Hans-Peter Schwöbel

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Wer wagt es, diesen wunderbaren, diesen kleinen, großen, liebevollen, befreienden Satz zu denken, zu sprechen und zu leben?

Kein indigener Deutscher kann diese drei Worte in die Welt des Denkens, des Gewissens, der Aufklärung und der Treue, der Erinnerung und der Hoffnung sprechen. Wo doch, wird er in die rechte Ecke geprügelt. Wer Deutschland und die Deutschen liebt, kann ja nur ein Rechter, ein Nationalist, ein Nazi sein. Oder?

„Ich bin Deutschland“ schreibt und sagt Hamed Abdel-Samad, Kind und Künder der Aufklärung – wie ich. DIE WELT schreibt in einem Portrait am Freitag, 18.09.2020: „Seit 25 Jahren ist der 48-Jährige in Deutschland; Abdel-Samad kam aus Ägypten, einem Land, in dem er dem Vater, dem Lehrer und dem Professor keine Fragen stellen durfte. Sein Leben liest sich wie ein Entwicklungsroman. Prägend sicherlich die Erfahrung, als Muslimbruder hier gestrandet und zum Atheisten geworden zu sein, ein Bruch, der sicherlich stark macht, aber auch eine gewisse Härte und Struktur bedingt.“

„Entwicklungsroman“ führt hin zu dem, was Abdel-Samad sagt mit „Ich bin Deutschland“. Nicht gemeint ist "L'état c'est moi" - Der Staat bin ich. Keine Machtlust spricht aus Abdel-Samads Anspruch, sondern Brüderlichkeit. Er legt seinen Arm um dieses Land. Deutschland und Hamed sind Leidens- aber auch Licht-Genossen. Er sieht sich als einen, der auf schwierigen Wegen mit Irrungen, Wirrungen und Verletzungen seinen Weg ins Licht der Aufklärung fand. So auch die Deutschen nach 1945 - so auch ich.

DIE WELT: „Durch die Auseinandersetzung mit ...der deutschen... Geschichte, den Brüchen und Narben habe er sich selbst besser verstehen können. Es ist, als habe er sich an diesem Land aufgerichtet.“ Abdel-Samads neues Buch trägt den Titel: „Aus Liebe zu Deutschland. Ein Warnruf.“ Darin streift er durch die Geschichte der Deutschen und lässt uns seine Liebe wissen, die keineswegs unkritisch ist. Es ist die Liebe eines Erwachsenen, der die Augen vor den Schwächen und Unvollkommenheiten seiner Liebe nicht verschließt.

In dem WELT-Artikel sagt er auch: „Komischerweise kann ich mich in Dubai, Beirut, Marrakesch und Tunis ohne Polizeischutz bewegen. Dort umarmen mich junge Menschen auf der Straße und bedanken sich für meine Videos auf YouTube, die sie ‚Aufklärung‘ nennen. Doch in Deutschland gelte ich als Islamhasser. Da stimmt doch was nicht.“ Was stimmt da nicht? Diese Frage ist an „Qualitätsmedien“ und links-liberal-stalinoide Main-Streamer zu richten, auch an Politiker und Politikerinnen, die es trotz oder wegen ihrer Verachtung dieses Volkes und seiner Kultur in hohe und höchste Ämter geschafft haben.

Der Tag der Deutschen Einheit ist mir willkommener Anlass, mich zu freuen an dem, was uns in fünfundsiebzig, aber gerade auch in den letzten dreißig Jahren gelungen ist. Ich gehörte zu den wenigen Künstlern und Wissenschaftlern, die auf Helmut Kohls Satz von den „blühenden Landschaften“ nicht mit Häme reagierten. So gut kannte ich mein Volk, dass ich wusste, es würde dieses Versprechen einlösen.

Glückwunsch, mein liebes Deutschland, Du hast es gut gemacht. Lass Dich nicht klein machen von Leuten, die Dich aus Geistesarmut hassen und verächtlich machen. Übe weiter, aufrecht zu gehen.

Schalom mein schönes Land!

Der Schwöbel-BLOG am Samstag, 03. Oktober 2020

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