31 Aug

Von der falschen Seite?

Geschrieben von Prof. Dr. Hans-Peter Schwöbel

Ein lieber Freund ließ mich jüngst seine Sorge wissen, ob ich mit meinen Befunden, Analysen, Thesen und Kommentaren nicht Beifall von der falschen Seite erhalten könnte. Ich musste ihm sagen, dass ich diesen Einwand für unzulässig halte. Wer versucht, den „Beifall von der falschen Seite“ zu vermeiden, gibt die Suche nach der Wahrheit ebenso auf wie seine geistige Selbstbestimmung. Er gerät in doppelte Abhängigkeit: in die der „falschen Seite“ und in die derer, die mit dieser Vorhaltung seine Sicht desavouieren wollen, gegen die es ihnen offenbar an Argumenten fehlt. Er akzeptiert fremdbestimmtes Framing. Dazu kann man nur NEIN sagen.

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24 Aug

Die Frommen. Die Frömmeren. Die Frömmsten. Und die Ungläubigen.

Geschrieben von Prof. Dr. Hans-Peter Schwöbel

Im Folgenden beziehe ich mich auf das Geistliche Wort vom Sa, 27. Juli 2019 im MANNHEIMER MORGEN

Unter „Framing“ versteht man kommunikatives Verhalten, mit dem Themen, Thesen, Erfahrungen, Mutmaßungen und Menschen eingerahmt und andere ausgegrenzt werden. Framen heißt, Wahrnehmungen, Empfindungen und Ideen steuern.

Das Erkennen von Framing ist eine Frage geübter Aufmerksamkeit. Als Grundübung zur Analyse medialen Framings kann ich u. a. das „Geistliche Wort“ empfehlen, ob in der Zeitung oder im Radio. Im obigen Beispiel haben sich der muslimische Autor, Ugur Yilmaz, und der katholische, Jochen Winter, zur geistlichen Doppelspitze zusammengetan.

 

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17 Aug

framing: einrahmen – ausgrenzen – absahnen

Geschrieben von Prof. Dr. Hans-Peter Schwöbel

Man nennt es „Sprachregelung“. Dahinter steht die Einsicht, dass man einen Sachverhalt in unterschiedliche sprachliche Gewänder kleiden kann, um Denken und Fühlen zu beeinflussen. Ein Beispiel ist jenes Glas, von dem man ebenso sagen kann, „es ist halb voll“, wie „es ist halb leer“. So praktizieren Parteien, Regierungen, Oppositionen, Gewerkschaften, Konzerne, Kirchen, Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO) Medien, Werbung und viele Andere Sprach- Klang- und Bild-Regelungen, um Geist und Gemüt von Konsumenten und Konsumentinnen, Gehorchern und Gehorcherinnen, Tätern und Täterinnen, Unterlassern und Unterlasserinnen zu ihrem Bestem zu formen. Wohlgemerkt: zu ihrem Besten.

Der Begriff Sprachregelung, der schon genug Kommunikationsmacht verschleiert, wurde inzwischen ergänzt durch das englische Wort „Framing“, das heißt: Rahmen, Einrahmen, Formen. „Framing“ ist geschmeidiger als „Sprachregelung“ und weniger verständlich - deshalb wurde es verbreitet. Es fällt aber auf, dass die „Haltungsmedien“ das Wort schnell wieder aus dem Verkehr gezogen haben, um unliebsame Diskussionen zu beenden. Das Wort Framing wird inzwischen wieder vermieden – nicht die Tat; denn es wird weiter „geframed“. Mächtige Kommunikatoren setzen Wort- und Deutungsrahmen, um Themen zu dominieren und Menschen auszugrenzen, die sich nicht in ihren Rahmen pressen lassen.

 

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